Buergerstiftung Hellweg Region:
Projektrundreise mit der Aktiven Bürgerschaft
Die Bürgerstiftung Hellweg-Region wurde von Bodo Wannow von der Aktiven Bürgerschaft in Berlin besucht. Am 15. März wird der Förderpreis 2012 in der Kategorie mitMachen an die Bürgerstiftung Hellweg in Berlin verliehen (wir berichteten bereits, siehe Link unten). Unser Interesse richtete sich heute auf gemeinsam getragene Projekte.

Projektrundreise mit der Aktiven Bürgerschaft

Los ging es auf dem Reiterhof Gut Wulfshof in Möhnesee-Echtrop. Kinder der Bodelschwingh-Schule in Soest lernen in einer freiwilligen AG mit ihrer Lehrerin Margret Wiesner und der Physiotherapeutin und Fachkraft für Hippotherapie Birgitta Rustige mehr als nur reiten. Die Kinder der Bodelschwingh-Schule leiden unter Wahrnehmungsstörungen, das Reiten soll hauptsächlich den Gleichgewichtssinn der Kinder schulen. Wer nicht reagiert, fällt runter, erklärt Frau Rustige das Prinzip der Hippotherapie. Der Teamgeist wird gefördert, denn die Schüler helfen auch beim Führen der Pferde, während ein Mitschüler auf dem Pferd seine Übungen macht. Manchmal vollbringen die kleinen Reiter richtige Kunststücke, wie zum Beispiel Melwin, der zum ersten Mal auf Pony Wessen reitet und direkt mutig eine Mühle macht (hierbei dreht man sich auf dem Pferd einmal komplett um). Und manchmal umarmen die Kinder auch einfach nur ihr Pony und spüren seine Wärme. Die Sonne geht auf, wenn die Kinder auf dem Pferd sitzen, so die Physiotherapeutin. Nach zehn Minuten wird getauscht und wer gerade nicht reitet oder führt, wärmt sich heute, bei minus 8 Grad Celsius im Aufenthaltsraum beim Kickern auf. Die Bürgerstiftung Hellweg-Region unterstützt das Projekt über zwei Jahre mit 500 EUR jährlich.

Projektrundreise mit der Aktiven Bürgerschaft

Unser nächstes Ziel war die Adam Kaserne in Soest. Nur für uns wurde die Französische Kapelle geöffnet. In diesen Raum, direkt unter dem Dach der Kaserne, konnten sich die Offiziere während ihrer Gefangenschaft zurückziehen und Andachten abhalten. Die beeindruckenden Wandmalereien sind mittlerweile renovierungsbedürftig. Die Bürgerstiftung Hellweg-Region gibt dem Verein Geschichtswerkstatt Französische Kapelle e.V. 500 EUR zu dem im Frühjahr startenden Vorhaben dazu und setzt damit ihre Förderung der Einrichtung der Geschichtswerkstatt fort.

Besonders beeindruckend für viele französischen Besucher ist das Adressbuch. Hier wurde aus den Aufzeichnungen eines Soldaten, welcher versuchte, alle Soldaten mit Namen und Adresse zu dokumentieren, ein Nachschlagewerk über die Bewohner der Kaserne erstellt. Barbara Köster, die durch die Ausstellung führte, erzählte von den vielen Tränen, die bei Besuchern, die nach Spuren ihrer Verwandten suchten, an diesem Buch geflossen sind, wenn sie den Namen des Vaters oder Großvaters in diesem Buch entdeckten.
Zukünftig geplant ist, gemeinsam mit der Sammlung von Herrn Schnettler über die belgische Zeit in Soest, ein Haus der Erinnerung als Teil der Soester Geschichte zu schaffen. Bestehende Museumsräume der Geschichtswerkstatt würden in ein neues Museumskonzept einfließen und mit den umfangreichen Exponaten der belgischen Zeit, Themen Soester Erinnerungen in authentischen Räumen aufgreifen. Ein neuer, vielleicht einmaliger Ansatz neuer Museumskultur.
Neue Wege zu gehen, das passt zur Bürgerstiftung Hellweg-Region. Die Privatsammlung von Burkhard Schnettler wird in eine neu gegründete Partnerstiftung eingebracht. Mittlerweile sind über drei Etagen im Block 3 eine Vielzahl Gegenstände belgischer Soldaten, Uniformen und Fotos aus der Zeit, in der viele Belgier in Soest lebten, ausgestellt. 40 Prozent meiner Sammlung befinden sich aber noch bei mit zuhause, so der begeisterte Sammler.

Projektrundreise mit der Aktiven Bürgerschaft

Unser nächster Stop war in Ense. Hier besuchte das Team Mitglieder des Projektes Fit 4 Future. In 2011 fanden fünf Workshops mit 24 Jugendlichen aus Ense und Umgebung zur Förderung der Sozialkompetenz statt, die durch die Bürgerstiftung Hellweg-Region und die Partnerstiftung Kinderhilfe Ense gefördert wurden. Die 14 bis 17-Jährigen lernten viele Dinge, die sie im späteren Leben gut gebrauchen können. Die Reihe startete mit einem Besuch im Autohaus. Hier wurde den Jugendlichen erklärt, worauf man beim Autokauf achten sollte, wo Fallen liegen könnten und was ein Auto im Monat überhaupt kostet. Im Familienzentrum erzählte eine junge Mutter, die als Jugendliche ungewollt schwanger wurde, aus ihrem Leben und wie die frühe Schwangerschaft ihr Leben veränderte. Ein Immobilienmakler erläuterte den Jugendlichen, worauf man bei der Anmietung einer Mietwohnung achten sollte und dass Kalt- und Warmmiete manchmal ganz schön weit auseinanderliegen. Auf der Geburtsstation eines Krankenhauses besuchten die Jugendlichen den Kreissaal und stellten einer Hebamme neugierige Fragen, die sie mit Eltern vielleicht nicht so gerne besprochen hätten. Zum Schluss folgte ein Besuch in der Volksbank in Ense. Hier wurde besprochen, wie man mit seinem Einkommen auskommt, welche Wünsche man sich erfüllen kann und wie man Schulden vermeidet. Das Fazit der Initiatorinnen Brigitte Kösling und Marion Schirp, sowie der zahlreichen Jungendlich, fiel durchweg positiv aus. Dem ein oder anderen haben die Workshops bereits weitergeholfen. Zum Beispiel beim Autokauf oder beim Gespräch in der Bank fühlten sie sich viel sicherer. Das Projekt soll in 2013 wiederholt werden und kann mit den gemachten Erfahrungen gerne an andere Kommunen weitergegeben werden. Die Teilnehmer des ersten Durchgangs haben auch schon Anregungen für das nächste Mal: Sie möchten gerne einmal das Arbeitsamt besuchen und Anregungen für das spätere Berufsleben erhalten. Themen und Ansätze, die die Bürgerstiftung Hellweg-Region gerne fördert.

Projektrundreise mit der Aktiven Bürgerschaft

Die letzte Station der Projektrundreise war die Musikschule in Soest. Hier erwarteten das Team drei Anlässe. Zum einen unterstützt die Manfred & Regine Gebhardt-Stiftung zum wiederholten Male die Musikschule mit einer Spende in Höhe von 10.000 EUR. Manfred Gebhardt’s Engagement hat das Ziel Gemeinschaft zu fördern, da man ein Instrument in der Regel nicht alleine zuhause lernt, sondern immer in einer Gruppe. Zudem fördere Musikalität die Konzentration und lege so den Grundstein, sich weitere Fähigkeiten einfacher zu erarbeiten. Die Spenden der Stiftung haben es in der Vergangenheit zum Beispiel ermöglicht, dass auch Kinder aus einkommensschwächeren Familien an Musikprojekten teilnehmen konnten. Ein weiterer Anlass des Termins war die Förderung für das musikalische Großprojekt Mass of the Children des Städtischen Musikvereins Soest und das Projekt Hellway4high, welches mit jungen Talenten eine Big Band in der Region aufbauen möchten. Musikschulleiter Ulrich Rikus und Projektleiter Patrick Porsch stellten die Projekte vor und gaben gemeinsam mit vielen jugendlichen Musikschülern eine Kostprobe ihres Könnens.

Projektrundreise mit der Aktiven Bürgerschaft

Den Abschluss des ereignisreichen Tages bildete die JubiläumsGala der Bürgerstiftung. Der Projektleiter des Förderpreises 2012, Bodo Wannow von der Aktiven Bürgerschaft, hatte einen langen Tag mit uns in einzelnen Förderprojekten verbracht.


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Birthe Vornweg
Birthe Vornweg
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Tel.: 02921 / 393-555
Fax: 02921 / 36 72 90
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Tina Schwartze
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